Internationaler Tag der Opfer des Verschwindenlassens

Das Verschwindenlassen ist eine der Gewaltmethoden, mit denen Staaten, die in ihrer Geschichte Putsche, ethnische Konflikte und Bürgerkriege geführt haben, Oppositionsgruppen unterdrücken und einschüchtern. Eine der ersten bekannten Praktiken für die Anwendung dieses Verbrechens ist das Nacht- und Nebelerlass, das 1941 vom NS-Regime eingeführt wurde. Nach den 1960er Jahren wurde es jedoch in südamerikanischen Ländern in der richtigen Reihenfolge systematisiert um politische Dissidenten zu neutralisieren.

Das „Verschwindenlassen“ an sich wird in dem einschlägigen UN-Übereinkommen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit angesehen. Diese Praxis, von der in den 1980er Jahren erste Beispiele in der Türkei zu sehen waren, hat sich seit 2016 leider wieder zu einer vom Staat häufig angewendeten Einschüchterungsmethode entwickelt. Bekanntlich hat der türkische Staat nach dem zweifelhaften Putschversuch am 15. Juli 2016 eine Hexenjagd gegen jedes Element der Gesellschaft, die sich als Bedrohung für sich selbst empfand, eingeleitet. Und als Teil davon hat der Staat diese „handliche“ Methode, die früher verwendet wurde, wieder aktiviert.

Nach Berichten verschiedener Menschenrechtsverbände gab es seit 2016 insgesamt 28 Fälle von Entführungen. Nur im Februar 2019 gab es in der Hauptstadt Ankara 6 Entführungen. Die letzte Entführung fand am 6. August 2019 statt. Yusuf Bilge Tunçtan, der während seiner Tätigkeit im Industrieministerium mit einem Gesetzesdekret (KHK) entlassen wurde, wurde seitdem weder gesehen noch gehört. Vier der sechs zuvor entführten Personen tauchten nach etwa sechs Monaten auf einer Polizeiwache wieder auf. Ihr psychischer Zustand war jedoch äußerst nervenaufreibend. Ihre Gesichter waren blass, sie hatten beträchtlich an Gewicht verloren und wirkten sehr erschöpft. Sie waren offensichtlich bedroht worden; Sie erzählten selbst ihren eigenen Familien nichts. Andererseits wurden die restlichen zwei Personen, nämlich Mustafa Yilmaz und Gökhan Turkmen, noch nicht gefunden. Amnesty International hat eine Erklärung herausgegeben, in der zum sofortigen Handeln von Türkmen und Yılmaz aufgerufen wird.

Die Initiative für gemeinsame Werte verurteilt diese Praxis, die die Menschenwürde missachtet, aufs Schärfste. Wir laden die Verantwortlichen ein, ihre Pflichten im Einklang mit Demokratie und Recht zu erfüllen. Wir rufen zur Solidarität auf, damit diese Schande und die Verletzung der Menschenrechte nirgendwo auf der Welt wiederholt werden.

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